Um abzuklären, ob ein Kind/Jugendlicher/Erwachsener ADHS hat, muss eine ÄrztIn bzw. PsychologIn mit speziellen Kenntnissen über das Syndrom herangezogen werden. Funktionelle TherapeutInnen, die Fort- und Weiterbildungen über ADHS absolviert haben, können das Kind beurteilen und Verdacht auf ADHS äußern. KindergärtnerInnen und Lehrkräfte sind für die Diagnose von ADHS nicht zuständig, können aber wertvolle Informationen über Ihr Kind etwa beim Ausfüllen von Fragebögen liefern.

Bei einer ADHS-Abklärung werden Sie und Ihr Kind/Jugendlicher üblicherweise einige Stunden mit der Ausfüllung von Fragebögen, mit Interviews, zusammen mit dem Kind/Jugendlichen bzw. alleine und bei medizinischen, psychologischen und Aufmerksamkeitstests, eventuell auch Computer-Tests verbringen (obwohl ein sogenannter „Continuous Performance Test“ am Computer alleine niemals aussagekräftig genug sein kann, um festzustellen, ob eine Person ADHS hat). Für den diagnostischen Vorgang können auch Informationen von KindergärtnerInnen und LehrerInnen im Falle von Kindern/Jugendlichen und von anderen Familienmitgliedern bzw. guten Freunden im Falle von Erwachsenen sofern vorhanden, verwendet werden. Die diagnostischen Schemen, die am meisten verwendet werden, sind das amerikanische (DSM-V) und jenes der WHO (ICD-10).

Es gibt viele verschiedene ADHS-Fragebögen, z.B. auf der Universitätskinderklinik in Wien wird häufig DISYPS-KJ (Diagnostik-System für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV) von Döpfner und Lehmkuhl (2000) verwendet (http://akip.uk-koeln.de/forschung-publikation/publikationen/veroeff_psychodiagnostik_disyps_4_2011_01.pdf). BADDS von Prof. Thomas Brown von der Yale University, USA ist vor allem für Jugendliche und Erwachsene gebräuchlich, insbes. für die, die nicht hyperaktiv sind. (www.drthomasebrown.com/assessment-tools/)