Man kann davon ausgehen, dass ca. 3-5% aller Kinder an einer Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit/ohne Hyperaktivität bzw. davon ca. 80% an zusätzlichen Lernstörungen leiden. Die hyperaktiven, impulsiven Kinder sind bereits im Kindergartenalter (wenn nicht schon früher durch eine sogenannte „Early-Onset-Regulierungsstörung“) verhaltensauffällig. Diejenigen ohne auffallende Überaktivität jedoch oft erst als Teenager oder junge Erwachsene, die mit den komplexen Anforderungen der weiterführenden Schule, der tertiären Bildungsstufe (Universität, Fachhochschule, …) oder eines Jobs nicht mehr zurecht kommen; trotz durchschnittlicher oder auch überdurchschnittlicher Intelligenz.

Wir kämpfen gegen die Unkenntnis dieses Krankheitsbildes, für eine rechtzeitige Diagnose und damit für eine sofortige richtige Behandlung in psychologischer und ggf. medikamentöser Hinsicht. Wir plädieren auch für die Verbreitung von Informationen über ADHS, damit frühestmöglich mit dem Kind/Jugendlichen auf individuell, fördernde Weise umgegangen werden kann.

Unser Vereins-Name ADAPT soll gerade die Notwendigkeit des Anpassens in allen relevanten Bereichen verdeutlichen.

Die immer noch an vielen Orten herrschende Unkenntnis von ADHS kann neben weitreichenden familiären Problemen (Scheidung, Gewalt, finanzielle Not, etc.) insbesondere auch für die Kinder eine fehlende gesellschaftliche Perspektive verursachen. Ein Drittel der betroffenen Kinder hat weiterhin erhebliche Probleme als Jugendliche und von diesen wieder die Hälfte auch als Erwachsene, weil sie es nicht schaffen, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. Nicht wenige von ihnen werden als Asoziale an den Rand gedrängt oder richten sich durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch zugrunde. Das muss nicht sein – bei einer frühen Diagnose und einer angemessenen Therapie (inkl. feste, aber fürsorgliche Strukturen sowohl in der Schule als auch zuhause) können ADHS-Kinder eine durchaus positive Perspektive haben.

Als unsere wesentliche Aufgabe sehen wir daher die Verbreitung von Informationen durch Diskussionsabende mit Betroffenen sowie die Organisation von Vorträgen, Seminaren und Fachtagungen in Wien an. Wir haben eine Fachbibliothek für Mitglieder aufgebaut.

ADAPT arbeitet eng mit anderen europäischen ADHS-Verbänden zusammen. Ein Beispiel dafür ist etwa die 3-Länder-Kooperation bei der ADHD-Profilstudie (Huss & Högl, 2002) mit dem Arbeitskreis Überaktives Kind (AÜK) in Deutschland und dem ELPOS in der Schweiz. Wir nehmen regelmäßig an Kongressen, EU-Tagungen und anderen grenzüberschreitenden Veranstaltungen teil und hoffen, dass durch dieses intensive Netzwerken eine bessere Zukunft für die in Österreich lebenden ADHS-Betroffenen erreicht werden kann.