Projekt: "Alle anders, alle gleich."

Projekt: „Alle anders, alle gleich.“

Neurodivergenz: Alle anders, alle gleich.


Lehren & Lernen neu definieren.


Praktische Unterstützung bei ausgleichenden Maßnahmen.

Wir unterstützen Lehrkräfte und Schulen bei der praktischen Umsetzung ausgleichender Maßnahmen.
SchülerInnen und deren Familien bieten wir eine persönliche Anlaufstelle, Erfahrungsaustausch und Orientierung.
All das tun wir mit / Sie alle finden bei uns das nötige Fachwissen, viel Verständnis für die aktuelle Situation und Begleitung beim benötigten Fortschritt.

Vision: Ein neuroinklusives Bildungssystem für Kinder und Jugendliche in Österreich zu schaffen.

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Projektvision: Ein neuroinklusives Bildungssystem für Kinder und Jugendliche in Österreich zu schaffen.

Der Verein ADAPT kann durch seine jahrzehntelange Erfahrung als Patientenorganisation für Betroffene mit ADHS und Lernschwächen bei der Erfassung und Ausarbeitung konkreter umsetzbarer ausgleichender Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag für Kinder und Jugendliche mit ADHS leisten. Dazu benötigt es aus unserer Sicht eine multiprofessionelle Arbeitsgruppe und Einbeziehung von Betroffenen und deren Bezugspersonen.

Projektbeschreibung

Unserer Vorstellung nach müssen Betroffene, Fachkräfte und Entscheidungsträger gemeinsam daran arbeiten, dass ausgleichende Maßnahmen auf einfache Weise an Schulen und für Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen umsetzbar sind.

Wir möchten mit diesem Projekt die Grundlage für ein diskriminierungsfreies Bildungssystem für alle Kinder und Jugendlichen schaffen und ganz besonders die neurodivergenten, um echte Neuroinklusion zu erreichen.

Dazu werden aktuell durch unser Team rechtliche Anpassungen, Fortbildungskonzepte, schulische und außerschulische Maßnahmen recherchiert.

Hintergrund & Problemstellung

Kinder und Jugendliche im Neurodivergenz-Spektrum (ADHS, ASS uvm.) erleben im aktuellen Bildungssystem häufig Benachteiligungen, die zu psychischer Überlastung, Schulabbrüchen, geringeren Bildungschancen oder auch Jugenddelinquenz führen. Spätfolgen (Kriminalität, Alkoholismus, Gewalt in Familien, Depression, u.a.)  können unsere Wirtschaft, das Gesundheits- und Justizsystem negativ belasten.

Warum ist das so?

  • Kinder mit ADHS erhalten überdurchschnittlich viele negative Rückmeldungen, wodurch Selbstbild und emotionale Entwicklung belastet werden. (Anm.: Eine genaue, evidenzbasierte Zahl gibt es derzeit nicht.)
    (Ergänzung MT – Studie:
    Personal, A.I., Oosterlaan, J., van der Oord, S. et al. Lehrerfeedback, ADHS-Verhalten von Schülern und die Lehrer-Schüler-Beziehung: Sind diese verwandt? Psychische Gesundheit in der Schule 15, 287–299 (2023). https://doi.org/10.1007/s12310-022-09550-1
     – Kinder mit ADHS erhielten 30% mehr korrigierendes als positives Feedback, mit bis zu fünfmal mehr korrigierendem Feedback als ihre Altersgenossen.)
  • Lehrkräfte sind zugleich stark belastet und benötigen Handlungssicherheit und Zeit für Prävention.
  • Schulleitungen sind Erfahrungsberichten zufolge häufig überfordert, ausgleichende Maßnahmen mit dem ihnen zur Seite gestellten pädagogischen Team schulweit auszurollen.
  • In Wien wurde im März 2026 der „Lehrkräfte-Notstand“ ausgerufen.

Was wird bereits unternommen?

Die Bildungsdirektion Wien hat im Frühjahr 2025 auf Basis eines Erlasses aus dem Jahr 2023 erste Schritte für ausgleichende Maßnahmen für Schüler:innen mit ADHS gesetzt und Schulleitungen und Lehrkräfte über deren verpflichtende Anwendung informiert.

Über den Sommer 2025 hat es seitens der Bildungsdirektion Wien Informationsveranstaltungen für Schulleitungen und Lehrkräfte gegeben, sowie eine Informationsveranstaltung im Herbst 2025 für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit ADHS im Rahmen eines Webinars beim Verein ADAPT.

Die Umsetzbarkeit der Maßnahmen an den Schulen (von Volksschule, Mittelschule bis zu höher bildenden) wirft einige Fragen auf und verunsichert Eltern wie Lehrkräfte gleichermaßen.

Was benötigt es?

Unserer Ansicht nach benötigt es für die nötige Aufklärung und die Umsetzung von zielführenden evidenzbasierten Maßnahmen, welche im schulischen Kontext auf allen Ebenen eingesetzt werden können, ein Netzwerk von Menschen aus Patientenorganisationen, Selbsthilfegruppen, Wissenschaft und Forschung, Pädagogik, Bildungs- und Gesundheitswesen, um als beratendes Gremium jenen zur Seite zu stehen, welche für diese Umsetzung Verantwortung tragen.
Das Bildungsministerium (BMBWF), die Bildungsdirektionen der Bundesländer sowie das Gesundheitsministerium sind wesentliche Verantwortungsträger für eine erfolgreiche Umsetzung. In einem Land, wie Österreich, in welchem Bildung ein zentraler Faktor für eine gesunde starke Gesellschaft und erfolgreiche Wirtschaft ist, müssen von diesen Verantwortungsträgern, die nötigen Ressourcen für ein Neuroinklusives Bildungssystem geschaffen und zur Verfügung gestellt werden.

Gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung zwischen allen am Heranwachsen der Kinder und Jugendlichen beteiligten (Erziehungsberechtige, Lehrpersonen und Lernende, wie auch Schulleitungen) ist essenziell.

Neurodivergente Schüler:innen brauchen wertschätzenden Umgang und individuell angepasstes Lernen, um ein wohlbehaltenes Heranwachsen zu erfahren, wozu unser Bildungssystem einen wesentlich Beitrag leistet.

Eltern wünschen praktikable ausgleichende Maßnahmen und finanzielle Entlastungen (z. B. doppelter Satz Schulbücher, digitale Hausaufgabenabgabe, …).

Besonders junge und angehende Lehrkräfte benötigen administrative Entlastung und Begleitung durch erfahrene Lehrkräfte, welche im Idealfall psychologisches Grundwissen zu Neurodivergenz besitzen.

Unser Beitrag & Ziele

  • Wir arbeiten an der Entwicklung von – in allen Schulformen – umsetzbaren Maßnahmen, welche in konkrete Handlungen übertragen werden können, um neurodivergenten Kindern die Möglichkeit zu geben, zeigen zu können, was in ihnen steckt.
  • Wir bieten Workshops für Schulleitungen, Lehrpersonen und unterstütztendes Bildungspersonal, wie z.B. Tagesbetreuung.
  • Wir fördern die Psychoedukation von Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen und Lernenden.
  • Wir beraten Eltern/Erziehungsberechtigte beim Beantragungsprozess für ausgleichende Maßnahmen.
  • Wir sammeln Erfahrungsberichte Betroffener und übergeben diese anonymisiert an die Bildungsdirektion Wien, um Bewusstsein für die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Anwendung von ausgleichenden Maßnahmen für neurodivergente Schüler:innen.
  • Auf Wunsch von Betroffenen, vermitteln wir zur Bildungsdirektion Wien, um dem Diversitätsmanagement der Bildungsdirektion ein Eingreifen zu ermöglichen, wenn es wirklich brennt.
  • Unterstützung von Betroffenen und deren Bezugspersonen in Form von Beratung von Schulleitungen und Lehrpersonen im Umgang mit Schüler:innen mit ADHS und der Umsetzung von ausgleichenden Maßnahmen.
  • Ausarbeitung von Vorschlägen für die Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) und Verankerung verbindlicher ausgleichender Maßnahmen bei vorliegender ADHS-Diagnose (und/oder anderer Diagnosen oder Teilleistungsschwächen).

Unsere Forderungen

Wir fordern …

  • Entwicklung eines verpflichtenden Fortbildungskonzepts für Lehrkräfte (Online-Seminare, Workshops, Supervision).
  • ein Ende des Herabspielens von psychischer Gesundheit für Schüler:innen und Lehrpersonen. Es ist zu viel und es wird zu wenig getan, seitens der Politik.
  • Entwicklung einer multiprofessionellen Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von
    • Betroffenen oder deren Bezugspersonen
    • Bildungsdirektionen der Bundesländer (insbesondere Diversitätsmanager:innen)
    • Lehrkräfte und pädagogischem Personal
    • Schülervertretungen
    • Vertreter:innen aus Lehrergewerkschaften
    • Fachkräften aus Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie u.a.
    • Vertreter:innen aus Forschung & Wissenschaft
    • Kinder- und Jugendanwaltschaften
    • Patientenorganisationen aus dem Bereich der psychischen Gesundheit
    • Politische Vertreter:innen aus der Bildungspolitik
    • Vertreter:innen des Öffentlichen Gesundheitssystems (z.B. ÖGK)

    Wie erreichst Du / erreichen Sie uns?

    E-Mail: projekt-schule-adhs@adapt.at

    Bildungsdirektion Wien

    Bildungsdirektion für Wien – Formulare

    Das Projektteam

    Richard Soyka, Ing.

    Richard Soyka, Ing.

    Schriftführer, Selbsthilfe, IT-Admin

    • ehrenamtliche Mitarbeit (seit Oktober 2024)
    • Begleitung Selbsthilfegruppe für Männer (online)
    • verheiratet & Vater einer Teenagerin
    • selbst diagnostiziert im AuDHS-Spektrum
    • LSB in Ausbildung unter Supervision (seit April 2026)
    • NLP Practitioner (in Ausbildung)
    • Mentalcoach (in Ausbildung)

    Schreibe Richard eine Mail.

    Meine Motivation zur Projektleitung von „Alle anders, alle gleich.“ wurde durch die Einführung ausgleichender Maßnahmen angefacht, da ich als Vater erlebe, dass die Realität aktuell leider anders aussieht.

    Neurodivergente Schüler:innen erhalten keine Gleichstellung, obwohl von der Menschenrechtskonvention vorgeschrieben.
    Dabei könnte es so einfach sein.

    Unser Bildungssystem behindert gerade neurodivergente junge Menschen dabei, sich zu gesunden, kompetenten und erfolgreichen Erwachsenen zu entwickeln. Binge-Learning vor Wissensdurst, „Über-einen-Kamm-scheren“ statt Individualität und Mobbing anstelle von Aufklärung und echter Inklusion haben oftmals noch die Überhand.

    Wir erleben vielfach großartige und engagierte Lehrpersonen, vor denen ich meinen Hut für ihren Einsatz ziehe. Leider werden sie vom System daran gehindert, einen Unterschied machen zu können.

    Anstatt Pflaster auf Stellen zu kleben, die aus allen Nähten platzen, ist es Zeit für echte Veränderung.

    Marie-Theres Kurz

    Marie-Theres Kurz

    Vortragende, Selbsthilfe, Webdesign

    • ehrenamtliche Mitarbeit seit 2021
    • Begleitung der SHGruppen Wien und Studierende
    • Vortagstätigkeit an Instituten und Universitäten
    • spät diagnostiziert mit A(u)DHS
    • Mutter zweier neurodivergenter Töchter
    • psysoz Beraterin in Ausbildung unter Supervision
    • Resilienz, Achtsamkeit und FamilyLab Trainerin
    • Leitung „Neurodivergenz in der Beratung“
    • Studium an der PH/KPH Wien Strebersdorf

    Schreibe Marie-Theres eine Mail.

    Als Mutter kenne ich die Schwierigkeiten neurodivergenter Kinder im aktuellen Schulsystem besser als mir lieb wäre.
    Von ähnlichen Erlebnissen höre ich auch erschreckend oft in der Selbsthilfe, bei der Beratung Betroffener und im Rahmen meiner Weiterbildungen und Vorträge.

    Es geht mir aber nicht darum, Lehrkräfte zu kritisieren.
    Da ich an der PH/KPH studiert und Praktika an VS, MS und SSchulen absolviert habe, weiß ich, wieviel Lehrkräfte leisten. Was von verschiedenen Seiten verlangt wird und wie begrenzt die Ressourcen dafür sind, ist mir bewusst.
    LehrerInnen die ich kennenlernen durfte waren an den SchülerInnen, deren Wohlergehen und Lernerfolg, sowie positiven Entwicklung sehr interessiert.
    Bedarf sehe ich daher eher darin, Lehrkräften das benötigte Wissen über Neurodivergenz anzubieten, praktikable Methoden mitzugeben und Bedingungen zu schaffen, in denen die natürliche neurologische Vielfalt auch erfolgreich gelebt und einbezogen werden kann.

    Neuroinklusiver Unterricht bedeutet keine Extrawurst, sondern interessantes und vorteilhaftes Lernen für Alle!

    weitere Infos und Links

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